Vinschger Palabir und Rittner Kloatze

Alte Südtiroler Birnensorten

Kulinarische Entdeckungsreisende sollten sich jetzt auf den Weg ins Südtirol machen: Alte Sorten wie die Pala-Birne gibt es nur dort und nur im Spätsommer.

Klein und bucklig: Die im Vinschgau seit 250 Jahren belegte Pala-Birne ist keine Schönheit, aber besticht durch Geschmack. Sie reift je nach Höhenlage ab Ende August und muss dann rasch gegessen werden.

Im mittelalterlichen Städtchen Glurns feiert man die Birnenernte: Vom 9. bis 18. September finden hier die Vinschger-Palabira-Tage statt. Die alte Birnensorte wird auf der Bühne, auf Kulturwanderungen oder beim Schaukochen präsentiert.

Auch Jörg Trafoier, Sternekoch im Restaurant Kuppelrain in Kastelbell, schwärmt: „Aus meiner naturbelassenen Küche ist die Palabirne im Herbst nicht mehr wegzudenken.“

Länger haltbar ist die Rittner Kloatze. Früher stand auf dem Ritten, dem Hochplateau über Bozen, vor jedem Haus ein Birnbaum. Die Birnen trocknete man zu «Kloatzen» und konservierte so die Sommersüsse. Die Sorte gedeiht auf 700 bis 1.000 Metern und wird im Juli und August geerntet.

Heute fördert man auf dem Ritten den Anbau und die Verwendung der Kloatze in der Küche: Bernhard Kostner, Chefkoch im Parkhotel Holzner, hat sie in verschiedenste Gerichten aufgenommen: vom Salatdressing über die typischen Schlutzkrapfen bis hin zu Käse und Chutney. «Die Rittner Kloatze ist eine Rarität und mittlerweile sogar eine geschützte Marke», sagt Kostner stolz.

Ob es die Südtiroler Birnen mit den Schweizer Büscheli-Birnen aufnehmen können, müssen Gourmets vor Ort entscheiden.

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